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Fiestas in Andalusien
Die Andalusier sind große Freunde von Fiestas. Egal, ob kirchliche Prozession, Straßen- oder Dorffest oder Wallfahrten; diese können im "Land der hundert Feste" einen Freudentaumel ganzer Städte und Dörfer auslösen. Die große Lebensfreude dieser Südländer und deren Leichtigkeit, das Leben zu genießen, spiegelt sich auch in den Festen wieder. Die Andalusier benutzen jede Gelegenheit, um dem Alltag durch kleine und große Fiestas zu entfliehen. Zu den wichtigsten Feierlichkeiten gehört die bereits im 16. Jahrhundert entstandene "Semana Santa", als die Kirche damit begann, den Menschen die Passion Christi näher zu bringen.
Heiligenfiguren, aus Holz gefertigt, mit Seidengewändern versehen, wurden vor der Prozession hergetragen. Noch heute, eine Woche vor Ostern, dem sogenannten Palmsonntag, findet dieses Fest in Sevilla statt. Es endet in einer Kathedrale mit einer Prozession der trauernden Maria. An diesen Tagen zieht ein Duft von Weihrauch und Orangenblüten durch die Straßen Sevillas. Tausende von Zuschauern, darunter auch viele Touristen, kommen hierher und machen es zum schönsten und berühmtesten Fest in Andalusien.
Die "ferias", auch "großes Sommerfest" genannt, entstand aus den früheren Viehmärkten, als die Bauern dort ihr Vieh verkauften. Diese waren Ort der Begegnung. Man traf viele Menschen, tauschte sich aus, feierte zusammen und konnte seinen Status demonstrieren. Heute steht hier aber nur noch die Fiesta im Mittelpunkt. Die ursprünglichen Festgewänder, die die alte Zeit wieder aufleben lassen, sind aber geblieben. Tagelang wird gegessen, getrunken und getanzt. Erwähnenswert sind auch der Karneval in Cadiz, der berühmteste des spanischen Festlandes, das zwei Wochen dauernde Flamencofestival, das große, im Juni/Juli, veranstaltete Festival des spanischen Films in Malaga, das Festival für klassische, zeitgenössische Musik und Ballett in Granada oder das ebenfalls hier stattfindende Jazzfestival.
Die Sehenswürdigkeiten und die Kultur Andalusiens wurden durch die jahrhundertelange Herrschaft der Mauren geprägt. Vor allem in Städten wie Granada, am Fuße der Sierra Nevada gelegen, ist das Erbe dieser Zeit, aber auch anderer alter Kulturen, wie die der Phönizier, der Römer oder Griechen, noch gegenwärtig. Lohnenswert ist ein Besuch der Alhambra, ein Palast und Sitz der arabischen Herrscher, etwas außerhalb Granadas, auf einem Berg gelegen, mit dem wunderschönen Garten Generalife, des Zigeunerviertels Sacromonte oder der Kathedrale, die von den katholischen Königen Spaniens erbaut wurde.
Auch Cordoba zeigt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten die Geschichte verschiedener alter Kulturen und Völker. Die berühmte Moschee, die Mezquita, mit deren Bau im Jahr 785 begonnen wurde, ist eine der größten der Welt. Die Kathedrale und eine Vielzahl von Kirchen sind Zeugen vergangener Zeiten. Ein Wahrzeichen der Stadt ist der Palast der Christlichen Könige aus dem 14. Jahrhundert. Eine Vielzahl alter Bauwerke gibt es auch in Sevilla. Zu den berühmtesten gehört der Turm von Sevilla, der Torre del Oro, mit seinen vergoldeten Kacheln, der früher als Festung diente.
Wunderschöne, alte Brücken führen hier über den Fluss Guadalquivir.
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