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Die Moschee-Kathedrale von Cordoba

 


Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Andalusiens gehört die Kathedrale von Cordoba, die von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft wurde..
In der Stadt Cordoba haben über die Jahrhunderte hinweg Juden, Christen und Muslime gelebt und gerade die Kathedrale ist ein steinernes Symbol für das Neben- und Miteinander verschiedener Religionen und Kulturen, aber auch für ihr Gegeneinander.

Betritt man durch den Hof den Innenraum, fallen einem sofort die auf mehr als tausend Säulen übereinanderliegenden rot-gelben Doppelbögen ins Auge. Die Säulen stammen von früheren römischen Gebäuden, die hier wiederverwendet wurden - als „Wald der tausend Säulen“, die dem Raum einen ganz einzigartigen orientalisch anmutenden Eindruck verleihen. Ursprünglich war die Kathedrale im 8. Jh. als Moschee erbaut worden, und diese Säulen als immer wiederkehrende Elemente sind im Glauben der Muslime ein Symbol für die Unendlichkeit und die Allgegenwart Allahs. Inmitten dieser vollkommen andersartigen Welt betritt man schließlich das Kirchenschiff der Kathedrale, für das beim Bau etliche Säulen entfernt wurden.

Die ursprüngliche Moschee, für die Kalif Abd ar-Rahman I. im Jahr 784 den Grundstein legte, wurde damals zu einem Pilgerzentrum der Muslime im Abendland. Von seinen Nachfolgern wurde sie erweitert, so baute Ab dar-Rahman III. ein neues Minarett und Ar-Hakam II ließ den Mihrab verschönern und das gesamte Gebäude vergrößern. Wesir Al-Mansur Ibn Abi Aamir erweiterte die Anlage schließlich 987 bis auf die doppelte Größe. Dieser Umbau ist allerdings auch der Grund dafür, dass der Mihrab nicht mehr im Zentrum liegt, denn die Erweiterung konnte nur nach Westen hin ausgeführt werden, weil die Moschee im Süden an den Fluss und im Osten an den Kalifenpalast grenzte. Mit 22.400 m2 wäre diese Moschee heute die drittgrößte der Welt und die größte in Europa und auch so bestimmt eine der größten Sehenswürdigkeiten Andalusiens.

Aber sie ist nun ja keine Moschee mehr, denn 1236 eroberten die Christen Cordoba und die katholischen Könige von Kastilien weihten die Moschee, die Mezquita de Cordoba, zur Kathedrale von Cordoba und begannen mit entsprechenden Umbaumaßnahmen. Insgesamt wurde 234 Jahre lang an der Kathedrale gebaut, weshalb sie Stilelemente der Gotik und der Renaissance ebenso aufweist wie des Barock. Die offenen Wände wurden geschlossen, Säulen wurden entfernt und mitten hinein wurden ganze Kirchenschiffe gebaut, sodass im 16. Jh. die Kathedrale schließlich so aussah wie heute.

Mancher Besucher fragt sich, wenn er durch die orientalische Säulenhalle schließlich in die Kathedrale von Cordoba eintritt, ob das katholische Gotteshaus hier wirklich am richtigen Platz steht oder ob es nicht eher wie ein Fremdkörper wirkt. Selbst Kaiser Karl V., der gleichzeitig König von Spanien war und dem Bau damals zugestimmt hatte, soll, als er den Bau mit eigenen Augen sah, angeblich gesagt haben, hier sei zwar etwas großartiges Neues entstanden, aber es sei auch etwas zerstört worden, was einmalig gewesen war. Vielleicht muss man froh sein, dass weitere Umbauten des Säulenwaldes aus Geldmangel nicht mehr ausgeführt wurden.

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