Mezquita de Cordoba
Die Mezquita de Cordoba zeugt noch heute vom faszinierenden Schaffen und Wirken mittelalterlicher Architektur und Kunst und bedeutet für jeden kulturhistorisch interessierten Andalusienbesucher ein Höhepunkt der Reise. Das Bauwerk verkörpert in einzigartiger Weise die Verbindung christlicher Kathedralbaukunst mit den charakteristischen Formen des maurischen Moscheebaus. Jedes Jahr besuchen hunderttausende Besucher die zum Weltkulturerbe gehörende heilige Kathedrale von Cordoba, um die beeindruckende Größe von 24.000 qm und deren kunstvolle Ausformung zu erleben.
Die Anfänge der Mezquita de Cordaba liegen im ausgehenden 8. Jahrhundert.
Die vormals dort gelegene Basilika des heiligen Vinzenz wurde nach deren Verkauf an die stetig wachsende, muslimische Gemeinde von Cordoba verkauft und anschließend abgerissen. Im Jahre 786 sollte unter Abd-ar-Rahman I. der Grundstein für jenes Bauwerk gelegt werden, das heute im Kanon herausragender, mittelalterlicher Baukunst einen festen Platz hat. Die heute imponierenden Ausmaße erreichte die Moschee nach intensiven Ausbaumaßnahmen im 9. Jahrhundert (821-852) unter Abd-ar-Rahman II., im 10. Jahrhundert (961-976) auf Initiative von Al-Hakem II. und schließlich unter der Obhut Almansurs im Jahr 1009.
Inmitten jener einzigartigen Mezquita sollte nach der Eroberung Cordobas durch die Christen eine Kathedrale entstehen, deren Pläne auf den Bischof Alonso Manrique zurückgehen. Der Bau, der 1523 begann und einen Teil der ehemaligen Moschee zerstörte, gewann im frühen 17. Jahrhundert seine endgültige Gestalt.
Die wechselvolle Geschichte spiegelt sich in einem besonderen Ensemble diverser architektonischer und künstlerischer Stilrichtungen der Jahrhunderte wider. Beim Eintritt in die Mezquita durch die Puerta de Las Palmas steht der Besucher in einem schier endlosen Säulenmeer aus über 800 individuell gestalteten Rundsäulen im Innenbereich der Moschee. Trotz der beeindruckenden Gesamtgröße wirkt die Säulehalle kaum einschüchternd, da der Bau nicht vertikal ausgerichtet ist wie es bei Kathedralen gotischer Bauweise zu finden ist, sondern den Blick der Besucher in die Horizontale lenkt.
Die aus dem 8. Jahrhundert stammenden Rundsäulen des ersten Bauabschnitts unterliegen vornehmlich römischer und westgotischer Einflüsse. In vom Innenraum südlich gelegenen Abschnitt, der im Zuge der zweiten Erweiterungsmaßnahmen in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstand, erwartet des Betrachter die Capilla de Villaviciosa, die in der Moschee als mihrab fungierte. Diese erste der insgesamt vier prachtvoll gestalteten Kuppeln repräsentiert in architektonischer und künstlerischer Hinsicht einen Meilenstein in der Geschichte der Architektur.
Die aus einem einzigen Marmorblock geschlagene Kuppel wurde einer Muschelschale nachempfunden. Der dritte Erweiterungsbau kann mit den Meisterleistungen maurischer Baukunst der ersten Abschnitte nicht mithalten. Die gesamte Formgebung und Gestaltung verliert sich zunehmend in Schlichtheit.
Bei einem weiteren Rundgang stößt der Besucher auf nahezu alle möglichen Einflüsse und Stilrichtungen christlicher Architektur. So finden sich flämische geprägte Brückenbögen, Kuppeldächer deren Stil auf die Renaissance zurückgeht neben barocken Chorgewölben.
Die in der Sakristei aufbewahrten kulturellen Schätze wie Monstranzen und wertvolle Handschriften zeugen von der Geschichte der Mezquita und können dort besichtigt werden.
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