www.isocanda.org
Startseite

IHR REISEFÜHRER FÜR ANDALUSIEN


Sehenswürdigkeiten in Spanien- Stierkampfarenen

 


Für Manche ist es ein anachronistisches Relikt und eine blutige Tierquälerei, doch für die Liebhaber der Corrida ist der Stierkampf ein ästhetisches Kunstwerk und eine tief in der Kulturgeschichte Spaniens verwurzelte Tradition. Entgegen einigen Behauptungen geht der Stierkampf zu Pferde und zu Fuß nicht auf Kampfspiele der Römer zurück. Spanische Adelige bekämpften die nur auf der iberischen Halbinsel heimischen Wildrinder zu Pferde mit einem Speer, der Rejon genannt wird. Daraus entwickelte sich ein Kampfsport, und bei einem Rejoneo im 18. Jahrhundert wollte der Stierkämpfer Pedro Romero mit seinem Cape einen Stier ablenken. Die Menge war davon so begeistert, dass sie weitere Kostproben sehen wollte und so entstand die Corrida mit den heute noch gültigen Regeln und Traditionen.

 

 

Stierkampfarenen in Andalusien


Stierkämpfe fanden anfangs auf improvisierten Plätzen statt. Meist nahm man dazu die Hauptplaza des Ortes, und so heißen Stierkampfarenen bis heute "Plazas de toros". Im 18. Jahrhundert wurden dann für Stierkämpfe eigene Arenen nach dem Vorbild römischer Amphitheater gebaut. Wer in Spanien, Südfrankreich, Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern einen Stierkampf sehen will, kann zwischen verschiedenen Plätzen in unterschiedlichen Preisklassen wählen.

 

 

Am billigsten sind die Plätze "sol", die während der ganzen Veranstaltung keinen Schatten haben. "Sol y sombra" bedeutet, dass dieser Platz im Laufe der Veranstaltung halb in der Sonne, halb im Schatten liegt. Am dichtesten am Geschehen sind Besucher auf Barrera- Plätzen, die direkt hinter dem Callejon, dem Gang liegen, der die Arena von den Zuschauerrängen trennt. Ernest Hemingway lobt in seinem Roman "Fiesta" die reichen Snobs aus Biaritz, die Barreraplätze kauften, diese aber nach dem ersten Stier verließen, so dass ein armer Schlucker den Platz besetzen konnte. "Papa" Hemingway riet Neulingen, für den ersten Stierkampf einen Logenplatz zu kaufen, von dem aus man das Gesamtgeschehen besser beobachten kann.

 

 

Stierkampf in Andalusien

 



Eine traditionsreiche Arena ist die von Sevilla, die unter anderem Schauplatz von Bizets "Carmen" ist. Sevilla wurde zum Synonym eines malerischen, ästhetischen, leichten Stils, während der Stil von Ronda die Tragik und Gefahr betonte. Die Arena von Ronda ist eine der ältesten, auf einem Hochplateau gelegen. Hemingway liebte sie über alles und beschrieb sie in seinen Romanen "Tod am Nachmittag" und "Gefährlicher Sommer". 1959 kehrte er wegen eines Matadors aus Ronda, Antonio Ordonez, in Francos Spanien und zum Stierkampf zurück. Er und Ordonez erhielten von der Stadt Ronda eine Medaille geschenkt.


Die berühmteste Stierkampfarena mit dem sachkundigsten Publikum und den passioniertesten Afficionados ist die Plaza de Toros de las Ventas in Madrid. Jeder Stierkämpfer, der Vollmatador werden will, erhält die "Alternativa" in der Arena von Madrid. Wer in Mexiko, Peru oder Südfrankreich die Alternativa erhalten hat, muss diese erst in der Arena von Madrid bestätigt bekommen, um sich "Matador de Toros" nennen zu dürfen. Kein Wunder, dass sich alle Toreros in Madrid besondere Mühe geben, denn ein schlechter Nachmittag in Las Ventas kann die Karriere beschädigen.

 

© Andalusien - Das Land der weißen Dörfer | bo | doc | pic | poe | adn | nar | Impressum